HappyEnd (auf Umwegen) für CANTOR-MONTI

  Da ich in meinem kurzen Erdendasein schon so viel erlebt habe, möchte ich Euch meine Erinnerungen direkt erzählen. Den Besitzern meiner Mutti war ich offensichtlich nicht willkommen und sie haben mich im Alter von 8 Wochen einfach mitten in der Stadt zurückgelassen. Ich irrte ohne Futter umher und wurde von einem unachtsamen Autofahrer angefahren.

Zu meinem Glück wurde ich halb verhungert und verletzt von gütigen Menschen entdeckt und zur Tierhilfe La Palma gebracht. Dort konnte ich erstmals „Hund“ sein, hatte Spielkameraden und vor allen Dingen Menschen, die sich um mich bemühten, meine Verletzung behandelten und dafür sorgten, dass ich etwas auf die Rippen bekam. Sie nannten mich CANTOR

Durch diese liebevolle Pflege erholte ich mich recht schnell und wuchs und wuchs; die kurzen Ausflüge zum Tierarzt, der mich jedes Mal ein wenig piekste, ertrug ich gelassen und wenn Uschi mit mir spazieren ging, war alles vergessen. Als Uschi verreisen musste, wurde ich von Doris betreut. Dort konnte ich mit Benny und Freia toben und im Übereifer habe ich mir eine Zehe an der Vorderpfote zerschnitten. Doris war ganz unglücklich, weil der Tierarzt auf La Palma sagte, er könne den Schnitt nicht nähen und es müsse von alleine heilen. Das war ganz doof, denn nun musste ich mit Verband herumlaufen.

Und dann erzählten sie mir, dass ich nach Wiesbaden umziehen werde; das war am 26.11.07 und sehr aufregend – eine recht lange Fahrt zum Flughafen; dort bekam ich eine leckere Wurst, wurde seltsamerweise ganz müde, konnte mich aber in einer Box mit Kissen ausruhen und hörte dann lange Zeit nur ein gleichmäßiges Brummen.

Das Brummen hörte irgendwann auf, nach einer holprigen Fahrt über ein Förderband war es hell und ganz viele Menschen, Geräusche und Gerüche um mich herum. Eine Frau schaute in meine Box – heute weiß ich, dass es meine Vermittlerin Rud war – sie brachte mich vom Flughafen Frankfurt zu meinem neuen Zuhause nach Wiesbaden. Es war mittlerweile tiefdunkle Nacht und regnete in Strömen – kein schönes Begrüßungswetter für einen „Südländer“ mit einem Fußverband, der nicht nass werden sollte. Rud hat mich vom Auto bis in den 3. Stock getragen, wo ich freudestrahlend von meinem Frauchen in den Arm genommen und als PHOENIX gegrüßt wurde. Nach einem ausgiebigen Mahl und vielen Streicheleinheiten haben wir drei noch eine nächtliche Spazierrunde (mit wasserdicht verpackter Pfote) unternommen; mittlerweile war es 3 Uhr morgens.

Am nächsten Tag war gleich Tierarzt angesagt – es piekte und ich schlief fest ein. Als ich wieder wach wurde, war meine Pfote genäht und gut verpackt, nur schonen musste ich sie noch. Mein Frauchen gab sich alle Mühe, mir diese Schonzeit durch Spielen in der Wohnung zu vertreiben – eigentlich waren wir beide sehr glücklich miteinander.

Wie Ihr sehen könnt, hatte ich in der Zwischenzeit ordentlich an Größe und Schönheit zugelegt.

  Eigentlich fühlte ich mich wie im Paradies, verlebte in meinem neuen Zuhause Weihnachten und Neujahr.

  Aber dann wurde mein Frauchen ganz traurig – diesmal war sie beim Arzt und der hat ihr gesagt, dass sie eine ganz schlimme Krankheit hat.

 

Da sie erst einmal ins Krankhaus musste und ihr unklar war, wie es weitergeht, beschloss sie, dass Rud ein neues Zuhause für mich suchen sollte.

  Und so zog ich am 08.02.08 nach Wambach im Taunus. Dort gab es 4 Katzen und ein kleines Kind. Die Katzen taten zwar erst etwas „vornehm“, aber wir haben uns ganz schnell aneinander gewöhnt. Ich liebte es, mit meinem neuen Frauchen ganz lange durch den Wald zu laufen, mit dem kleinen Menschen zu spielen oder mit den Katzen zu kuscheln. Am schönsten waren aber immer die Autofahrten, denn das Ziel war eine Hundeschule. Dort konnte ich auf einem großen grünen Platz mit vielen anderen Hunden rennen und toben.

  So hätte es bleiben können, aber die Menschen tun manchmal unverständliche Dinge. Im November 08 gab es irgendwie „Spannung“ zwischen meinem Frauchen und dem Herrchen, was zur Folge hatte, dass ich auf einmal mit dem Herrchen alleine im Haus war. Mein Frauchen war ausgezogen, hatte Katzen und Kind mitgenommen – nur ich durfte sie nicht in die neue Wohnung begleiten. Für mein Herrchen war das Haus zu groß und er war auch den ganzen Tag arbeiten, hatte also gar keine Zeit für mich. Deshalb bat er Rud, ein zweites Mal eine neue Bleibe für mich zu suchen.

Da das Haus verkauft werden sollte, drängte die Zeit und so kam ich wieder nach Wiesbaden auf eine Pflegestelle. Dort lebten eine schon etwas ältere Hundedame, Katzen und Hasen, die ja eigentlich meine bevorzugte Jagdbeute sind. Ich war aber ganz brav zu allen 2- und 4-Beinern und wurde von meiner Pflegemutter von November 08 bis März 09 mit viel Liebe umsorgt.

  Meine Bilder hingen in 2 Futtermärkten und einer Tierarztpraxis aus – aber kein Mensch hat sich für mich interessiert. Deshalb hat Doris meine Geschichte auf der Seite des Podencoclubs geschildert. Zu meinem Glück hat mich mein jetziges Frauchen, Simone, dort entdeckt und nach einigen Telefonaten war mein Umzug beschlossen.

Am 7. März 09 packte meine Pflegemutti alle meine Sachen zusammen und wieder musste ich in eine große Box – und dann kam eine sehr lange Autofahrt mit Rud. Ich habe mich ganz ruhig verhalten und war doch überrascht, als wir in meiner neuen Heimat angekommen waren.

Da gab es zwei liebe Menschen und die sehr hübsche Hundedame PAULA. Nach einer kurzen Begrüßung unter meinem neuen Namen MONTI sind wir zusammen noch ein kleines Stück gefahren und kamen an einen Strand mit vielen frei herumlaufenden Hunden, Möwen und ganz viel Wasser. Die Menschen haben gesagt, das sei die Ostsee – ich habe das voll ausgekostet – schaut mal:

...ich konnte frei laufen,

mit Paula um die Wette rennen

und die Möwen ärgern...

...oder sie mich, denn das Wasser war kalt und n a s s...

...nichts wie raus!

Dann lieber mein neues Frauchen begrüßen!

Nach diesem aufregenden Erlebnis ging es dann nach Hause. Paula war anfangs etwas verunsichert, dass sie ihr schönes Zuhause nun mit mir teilen soll, zumal ich mich durch ein peinliches Missgeschick blamierte. Die vielen Kostproben vom Ostseewasser, wollten mich dringend verlassen, dummerweise mitten im Wohnzimmer und dann auch noch auf den Teppich. Aber das ist mir nur einmal passiert und wurde mir sicherlich verziehen.

Mittlerweile hat sich Paula mit mir angefreundet; ich genieße es, endlich angekommen zu sein und hoffe auf viele glückliche Jahre

in Kronshagen zusammen mit Paula, Simone und Michael

Das war ein langer Bericht von Eurem CANTOR-PHOENIX-MONTI, aber es war ja auch ein langer Weg bis zu meinem Traumplatz. Ich wünsche mir, dass das Schicksal für alle meine Leidensgenossen auf La Palma auch ein so schönes Happyend, wenn auch auf Umwegen, bereithält.