Happyend für eine ältere Dame

Hallo meine Lieben – hier meldet sich Lieschen, die im Oktober 2011 im stattlichen Alter von 11 Jahren ins kalte Deutschland umgezogen ist. Ich möchte mal berichten, wie ich die Umsiedlung überstanden habe, denn auf La Palma habe ich nicht nur mein langjähriges Frauchen, sondern auch den Kater Fritzi und meinen Hundekumpel Fips zurückgelassen.

Ich kann Euch beruhigen: Deutschland ist in Ordnung, trotz Kälte, Regen, Matsch, Eis und Schnee. Das alles macht mir gar nichts aus. Auch mit dem leidigen Thema „Abspecken" kann ich gut umgehen. Morgens gibt es ein „kleines Frühstück" aus Reis, Karotten und Fleisch; abends ein spezielles Trockenfutter, extra für kleine ältere Hunde, genau abgemessen. Ich würde ja das Doppelte fressen, aber mein Frauchen sagt immer: „denk‘ an deine Taille" und die ist mittlerweile deutlich zu sehen; immerhin habe ich schon 2 kg verloren!

Wahrscheinlich auch durch die ausgedehnten Spaziergänge zusammen mit meinem neuen Kumpel Miro, auch ein Podenco-Junge. Eigentlich sind das für mich ja mehr Spazierläufe, denn ich hab es immer eilig und muss unterwegs jede Hecke kontrollieren. Je mehr ich abspecke, desto schneller kann ich rennen. Anfangs musste ich an einer langen Leine gehen, aber mittlerweile darf ich mich frei bewegen, auch wenn ich das extra für mich gekaufte Ausgehgeschirr in knallrot bereits nach 1 Woche in einer dichten Brombeerhecke abgestreift habe.

Meine Tage sind sehr vielseitig. Um 7 Uhr ist die Nacht vorbei – ich bin aber immer vor dem Frauchen wach und wecke sie durch Kuschelattacken - und dann geht es mit dem Auto nach Kiedrich zu Miro und der Katze Eika. Da ich immer auf den Beifahrersitz wollte, fahre ich nun in einer Hundebox – die kenne ich ja schon vom Flugzeug. Oft fahren auch noch andere Hunde mit; einer legt sich immer neben meine Box und der andere besteht auf seinem Platz im Fußraum vor dem Beifahrersitz, aber ich habe meinen sicheren Logenplatz in der Box.

Nach dem aufregenden Morgenspaziergang, bei dem ich ganz viele andere Hunde begrüßen muss, gibt es Frühstück; das kann ich immer kaum abwarten. Nach einer wohlverdienten Ruhepause ist Übungsstunde angesagt. Da höre ich immer wieder „sitz"! Anfangs habe ich mich dumm gestellt, es ist aber so einfach – einfach nur auf den Popo setzen – Frauchen freut sich ganz doll und ich bekomme dann eine kleine Leckerei, selbstgebackene Hundeplätzchen mit Tunfisch, Käse oder Sonnenblumenkernen. Dafür kann man sich schon mal setzen - ich bin ja nicht blöd !

So habe ich auch gelernt, dass man Maschenzäune, hinter denen Schafe grasen, nicht berühren sollte. Einmal hatte ich Glück, konnte durchschlüpfen und ca. 20 Schafe liefen immer vor mir her; das hat mir richtig Spaß gemacht. Beim zweiten Mal hat es aber furchtbar an meiner Nase „gebitzelt" und jetzt halte ich einen großen „Sicherheitsabstand".

Nachmittags geht es noch einmal durch Wiesen und Weinberge. Da finde ich oft so kleine dunkle Kügelchen, die haben die Hasen anscheinend für mich deponiert. Und was die Pferde auf den Wegen verloren haben, schmeckt mir noch besser - ich muss es nur heimlich holen, sonst werden die Menschen immer so hektisch!

Dann geht es nach Hause zum Abendessen; da bin ich wieder ganz aus dem Häuschen. Ich laufe Frauchen so lange vor den Füßen rum, bis sie meine Schüssel füllt. Danach bin ich zufrieden und lass‘ den Tag ausklingen. Manchmal hüpfe ich zum Kuscheln zu Frauchen ins Bett. Wenn es mir zu viel wird, gehe ich in meinen eigenen Korb, gut gepolstert mit einem großen Kissen; Platz genug auch zum Querlegen.

Anfang Februar war es auf einmal bitterkalt. Da haben sie mir einen knallroten Wintermantel angezogen; ist in Ordnung! Im Bach war eine dicke Eisdecke, was den Vorteil hatte, dass ich nach dem Spaziergang nicht durch das Wasser musste, denn bei Regen habe ich immer eine mit Matsch panierte Unterseite und schwarze Beine, die sich im fließenden Wasser am besten reinigen lassen. Auch Schnee habe ich schon kennengelernt – das ist ganz toll – da kann ich ausgiebig nach Mäusen buddeln, ohne dass mein schönes Fell schmutzig wird.

 

 

 Frauchen sagt: „Je länger sie da ist, desto frecher wird sie" Ich sehe das anders – dass ich mich so problemlos bei fremden Menschen in neuer Umgebung zurechtgefunden habe, zeigt doch nur, dass auch ältere Semester lernfähig sind und sehr viel Freude bereiten und haben können. Man wird sich doch entfalten dürfen, genau das mache ich!

Ihr könnt also ganz beruhigt sein – ich komme in meiner neuen Heimat gut zurecht und es geht mir prächtig.

Euer Lieschen, die jetzt auf „LILO" hört; ja auch das habe ich gelernt!