HappyEnd für Timo Hoppla - Wusel

Anfang Juni 2005 kamen wir auf den Hund. Eigentlich schon ein wenig früher, denn da entdeckte unsere Tochter Paula „Timo Hoppla" im Internet. Hoppla wurde als Mini-Bobtail mit Verletzung an der Hinterhand nach einem Unfall beschrieben. Durch diese Verletzung setzte er die Hinterpfote nicht richtig auf und lief immer auf der Oberseite der Pfote, die dadurch natürlich stets wundgescheuert war. Nun gut, in Deutschland könne man dies sicher beheben, so hieß es. Von Paula überredet, ließen wir uns auf das Abenteuer ein und beschlossen, Timo Hoppla auf Probe zu nehmen. Am 7. Juni fuhren wir zum Flughafen Düsseldorf und warteten auf unser Pflegekind. In einer Transportbox kam es an. Leicht sediert wankte ein unglaublich wuseliges, kleines Fellbündel aus seiner Transportbox, nahm die ersten Streicheleinheiten von uns entgegen und wich uns von da an nicht mehr von der Seite. Treu und brav folgte er uns überall hin – Leine völlig überflüssig.

 Ein erster Besuch beim Tierarzt erbrachte eine nicht erwartete Diagnose. Nicht Timos Bein war beschädigt, er hatte bei dem Unfall auf La Palma einen Rückenwirbelbruch erlitten. Dies führte zu einer Lähmung des einen Hinterbeines. Der Stellreflex in dieser Pfote funktionierte nicht mehr, die Pfotenspitze war taub. Somit würde er wohl immer dieses Bein hinterherschleifen und auf der falschen Seite der Pfote laufen. Wir verbanden die Pfote, sodass sie erstmal abheilen konnte ( seitdem trägt er immer einen Socken oder Gummischuh und die Pfote ist zugeheilt). Durch die Rückenverletzung stellte sich zudem heraus, dass seine Schließmuskeln nicht mehr optimal funktionieren. Gelegentliches Tröpfeln oder auch mal ein verlorener „Köttel" sind die Folge. Regelmäßige Spaziergänge schränken das Ausmaß jedoch auf ein Minimum ein. Zudem wurde eine defekte Herzklappe festgestellt, mit der Folge, dass er auf ein Herzmedikament angewiesen ist. Kaum bei uns angekommen, wurde Timo auch noch von einem anderen Hund schwer gebissen und musst mit vielen Stichen genäht werden. Seitdem meidet er andere Hunde und wir gehen ihnen aus dem Weg. Husten und Durchfall hatte er zu Anfang übrigens auch oft (nicht lustig mit dem lädierten Schließmuskel!).

Hört sich alles schrecklich an? Ist es aber nicht. Denn wir haben den besten Hund der Welt.

Er schmust für sein Leben gern. Er hasst Regen. Er ist stur wie ein Muli und lässt uns bei schlechtem Wetter auch schon mal im Wald stehen und geht nach Hause, wenn er keine Lust mehr hat. Er verkauft für Leckerlis seine Seele. Er flitzt die Treppen, die er möglichst nicht laufen soll, so schnell, dass es ihn auch schon mal aus der Kurve haut. Er liebt es – wenn er Lust hat - Bälle zu jagen und sieht aber nicht ein sie wieder herzugeben. Er hat Omas Sofa erobert. Er knurrt schrecklich, wenn es bei ihr mit den Würstchen nicht schnell genug geht. Er schläft mit Vorliebe auf Papas Lodenpullover – dem Guten. Er geht nur spazieren, wenn er Lust hat. Er wälzt sich gerne in allem, was stinkt. Er fährt gerne Auto und steigt in jede offen stehende Autotür ein. Er findet jeden fortgeworfenen Essensrest im Wald und auf der Straße, von Pizza bis Butterbrot. Er will immer dabei sein (Büro, Sport, Geselligkeiten....) und ist nicht gern allein – also kennen ihn inzwischen alle, er ist das Maskottchen von Paulas Basketballtruppe. . Und er heißt bei uns WUSEL.

Familie Sch. aus Haan

Aktueller Nachtrag: Wusel ist sehr krank. Durch seine defekte Herzklappe hat sich sein Herz stark vergrößert. Er hustet viel, bekommt inzwischen ganz viele Medikamente. Wir gehen nur noch ganz wenig spazieren und lassen ihn kaum noch alleine. Der Tierarzt meinte, es könnte sein, dass er nur noch wenige Wochen zu leben hat. Er genießt  jede Streicheleinheit und wir hoffen ihn noch ein wenig bei uns zu haben. Hoffentlich wird der Sommer nicht so heiß.